Die Pille

Pillen Talk – unsere Erfahrungen

In diesem Blogpost wollen wir dir erzählen, wie wir beide zur Pille gekommen sind, warum wir sie abgesetzt haben und wie sich, damit verbunden, unser Leben verändert hat.

Die Pille

Franzi

Vorgeschichte

Bis zu meinem 16. Lebensjahr ernährte ich mich von Miracoli, Pizza und Schokolade und hatte mit Spinat oder Brokkoli absolut gar nichts am Hut. Warum auch? Ich hatte keine gesundheitlichen Probleme und sah daher auch absolut keinen Sinn darin, auf meine Mutter zu hören, die mir stets dazu riet, mein „Pudding-Vegetariersein“ ein bisschen mit grünem Gemüse aufzupeppen. Als ich 18 Jahre alt und von meinem Abiturientenleben enorm gestresst war, begann die Ära meiner unreinen Haut.

Wenn ich jetzt zurückblicke, hat meine Ernährung – obwohl sie zu diesem Zeitpunkt schon um einiges besser war – auch ihren Teil dazu beigetragen. Als das Studium begann, war meine Haut – hierbei vor allem die Stirn – immer noch von unzähligen Unterlagerungen übersät; keine Besserung in Sicht.

Die Pille

Nachdem eine Kommilitonin mir dazu riet, doch zur Pille zu greifen, da diese ihre Haut so gut in den Griff bekam, stellte ich mich direkt beim Frauenarzt vor und keine 5 Minuten später hatte ich ein Pillen-Rezept in der Hand. Ein bisschen Angst hatte ich schon – ich hatte von einigen Horror-Storys gehört, was die Nebenwirkungen betraf, wollte diese aber ganz bewusst aus meinem Hinterkopf streichen. Und siehe da – nach keinen drei Wochen war meine Haut ebenmäßig und weich wie ein Babypo. Check!

Toller Nebeneffekt: Keine Schmerzen mehr während der Tage! Auch einer der Gründe, warum ich zur Pille griff. Die ersten zwei Jahre meiner Perioden-Laufbahn verliefen relativ entspannt, irgendwann haben sich jedoch unerträgliche Regelschmerzen am ersten Tag der Periode bei mir eingeschlichen. Was mit zwei Ibuprofen 500 aushaltbar war, wäre ohne Schmerzmittel ein Albtraum gewesen.

Nebenwirkungen

Doch auch ich blieb von Nebenwirkungen nicht verschont. Neben Wassereinlagerungen litt ich an Stimmungsschwankungen und Kopfschmerzen. Das Schlimmste für mich war allerdings, dass ich das Gefühl hatte, meinen Körper jeden Tag mehr und mehr zu vergiften.  Zu diesem Zeitpunkt war ich 20 Jahre alt. Ich war mit meiner Ernährung bereits bei circa 90 % pflanzenbasiert angelangt und hatte mich intensiv mit gesunder Ernährung, Mängeln und Nährstoffen auseinandergesetzt.

Plötzlich liefen mir Begriffe wie „Psychosomatik“ und „Spiritualität“ über den Weg, mit denen ich bis zu dem Zeitpunkt noch absolut gar nichts anfangen konnte. Schließlich tat sich in mir die Frage auf, ob ich meinen Körper auch ohne die Pille von seinen Symptomen (und damit verbunden auch den Ursachen der Symptome) befreien könnte. So entschied ich mich von heute auf morgen, die Pille abzusetzen. Und dann ging es los.

Das Absetzen

Die ersten beiden Monate hatte ich morgens mit Übelkeit zu kämpfen, meine Haut blieb nach wie vor rein. Ich setzte sie im Oktober 2018 ab und wartete bis Januar, bis ich das erste Mal wieder meine richtige Periode bekam. Die hatte es in sich. Auf der einen Seite war ich natürlich super glücklich, auf der anderen Seite hatte ich vergessen, mit welchen Schmerzen ich es zu tun hatte.

Meine unreine Haut kam fast am selben Tag wie meine erste Periode zurück. Und dann ging es stetig bergab, bis meine Haut im April 2019 ihren ultimativen Tiefpunkt erreicht hatte. Ich wusste nicht mehr weiter, ich wollte mich absolut nicht in der Öffentlichkeit zeigen und war vor jedem Essen verunsichert, ob das nicht nun meine schlechte Haut fördern würde. Also begann ich, Zucker und Milchprodukte zu streichen. Zu 100%.

Rückblickend…

…kann ich sagen, dass ich jetzt, nach fast einem Jahr, meine Haut ganz gut in den Griff bekommen habe. Das Zusammenspiel aus gesunder Ernährung, der passenden Pflege und dem richtigen Mindset haben bei mir einen entscheidenden Unterschied gemacht. Diese Themen werden auch einen großen Teil unseres Blogs einnehmen, um euch zu supporten, wenn ihr vielleicht gerade vor der Entscheidung steht, die Pille abzusetzen.

Maren

Vorgeschichte

Wo fängt man da bloß an! Um an Franzis Vorgeschichte etwas anzuknüpfen habe ich mich bis zum meinem 20. Lebensjahr relativ ungesund ernährt – wenig Obst und Gemüse, viele tierische Produkte und keine ausgewogene Ernährung. Aber das war mir damals egal, denn ich hatte mit ca. 17 Jahren angefangen die Pille zu nehmen und diese hat mein Hautbild um einiges verbessert – egal was ich gegessen oder getrunken habe. Vor der Einnahme der Pille hatte ich keine schlechte Haut – hier und da ein paar Unreinheiten, aber nichts weiter. Diese waren, rückblickend betrachtet, auch meiner schlechten und einseitigen Ernährung geschuldet. Außerdem hatte ich vor Einnahme der Pille, dickere und vollere Haare, aber dazu später mehr.

Die Pille

Aufgrund meiner vereinzelten! Unreinheiten hat mir meine Frauenärztin, damals mit 17, eine Pille der 2. Generation (die Maxim) verschrieben. Die ersten 6 Monate liefen damit super – ich habe ein ebenmäßiges Hautbild bekommen, die Monatsblutung fiel schwächer aus und ich konnte gleichzeitig sicher verhüten, was auch der Hauptgrund für die Einnahme der Pille für mich damals war.

Nach einer Weile habe ich gemerkt, dass mir die Pille nicht wirklich gut tut und habe daraufhin mit meiner Frauenärztin gesprochen. Sie empfahl mir auf eine „leichtere“ Pille, also eine der 1. Generation, umzusteigen. Nach 2-3 Monaten mit der neuen Pille habe ich plötzlich häufig auftretende und unerträgliche Kopfschmerzen bekommen und noch dazu, sehr starke Regelschmerzen, die ich ohne Einnahme der Pille nie hatte.

Also ging ich wieder zur Ärztin und berichtete ihr von meinen Problemen. Sie erklärte mir, dass die starken Regelschmerzen von der „leichteren“ Pille verursacht wurden und meine Kopfschmerzen durch die Einnahme einer „stärkeren“ Pille noch mehr zunehmen könnten. Da ich weder wieder zur Maxim zurück, noch ganz auf die Pille verzichten wollte, habe ich der Pille eine 3. Chance gegeben und wechselte zur „Lovelle“ (1. Generation). Doch auch diese Pille habe ich nicht vertragen.

Nebenwirkungen

Insgesamt habe ich die Pille ca. 2 Jahre genommen, davon hatte ich 1 1/2 Jahre mit entsprechenden Nebenwirkungen zu kämpfen. Angefangen bei Wassereinlagerungen (ich hatte in dieser Zeit ein paar Kilo mehr auf den Rippen), über starke Kopfschmerzen und Regelschmerzen.

Doch am schlimmsten hat sich die Pille auf meine Psyche ausgewirkt. Ich war grundsätzlich schlecht gelaunt, habe alles negativ gesehen und ich war sehr leicht reizbar. Rückblickend kann ich sagen, dass ich mich teilweise fremdgesteuert und einfach nicht wohl in meiner Haut gefühlt habe.

Das Absetzen

Der Auslöser für das Absetzten der Pille war bei mir tatsächlich meine Mutter. In einem ernsteren Gespräch fragte sie mich, was eigentlich mit mir los sei und warum ich so unausgeglichen bin. Ich sollte mal überdenken, ob es eventuell an der Pille liegen kann, weil sie in meinem Alter ähnliche Probleme im Zusammenhang mit der Pille hatte. Einige Wochen später (im September 2017) habe ich sie abgesetzt – ohne irgendwelche Vorbereitungen. Damals war ich 20, in einer festen Beziehung und wurde für meine Entscheidung von vielen Freunden belächelt. Trotzdem wollte ich es durchziehen und meinen Körper neu kennenlernen. Zudem habe ich zu diesem Zeitpunkt von NFP erfahren – eine natürliche Verhütungsmethode. Dazu aber mehr in einem weiteren Post.

Nach dem Absetzen konnte ich mich echt glücklich schätzen, denn schon nach ein paar Wochen bekam ich bereits wieder meine Tage. Auch mein Zyklus hat sich sofort wieder „normal“ eingespielt, was bei vielen Frauen leider nicht der Fall ist. Nach wenigen Monaten habe ich auch schon gespürt, wie sich mein Körper veränderte – die Wassereinlagerungen gingen zurück, meine Kopfschmerzen haben nachgelassen und das Gefühl von Fremdsteuerung auch. Doch nicht alles lief glatt. Die Frage nach der richtigen Verhütungsmethode beschäftigte mich eine Weile und auch meine Haut wurde wieder unrein, ich litt unter Haarausfall und die Haarstruktur veränderte sich.

Rückblickend…

… kann ich sagen, ich bereue gar nichts! Nie wieder würde ich die Pille nehmen oder andere hormonell wirksame Verhütungsmethoden verwenden. Ich bin nun schon seit 2 1/2 Jahren pillenfrei und fühle mich seitdem viel wohler, gesünder und zufriedener.

Eines unserer Ziele mit diesem Blog ist es, Euch auf die Gefahren und Nebenwirkungen der Pille aufmerksam zu machen und euch viel Mut und Unterstützung mit auf den Weg zu geben, falls Ihr euch dazu entscheidet, sie abzusetzen. Wir möchten hier niemanden für die Einnahme der Pille verurteilen, sondern unsere Erfahrungen und Lösungen auf die von uns genannten Probleme und Nebenwirkungen mit Euch teilen. 🙂

P.s. Wenn du wissen möchtest, wer sich hinter the Happy Concept verbirgt, dann schau doch mal hier vorbei.

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1 Comment

  • Reply Die Pille und der weibliche Zyklus - The Happy Concept 2020-04-02 at 16:29

    […] unserem letzten Pillen Talk haben wir dir bereits von den Nebenwirkungen erzählt, die wir während und nach der Pilleneinnahme […]

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